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Was ein Schulanfänger können, kennen bzw. wissen sollte (3 Druckseiten)
(Ihr Kind muss nicht schon alles beherrschen - aber je mehr von diesen Punkten zutreffen, desto leichter kann es vermutlich in der Schule mitarbeiten und lernen)

Persönliches / Familie
m Vornamen und Nachnamen sagen können,
m Vornamen schreiben und als Wort erkennen,
m kann das Alter angeben,
m kann über bevorzugtes Essen, Lieblingsbeschäftigungen und dergl. etwas sagen,
m kann sagen, wer zur Familie gehört.
 
Praktische Tätigkeiten / Motorik
m Stift ohne Verkrampfung zum Schreiben oder Zeichnen halten,
m mit Schere einfache Formen ausschneiden,
m sich selber an- und ausziehen, Schuhe binden,
m beim Spielen und Turnen Gleichgewicht halten, auf einem Bein hüpfen u. ä.
 
Beobachten / Formen und Farben differenzieren
m bei ähnlichen Dingen, Mustern usw. die Unterschiede erkennen,
m Grundformen Viereck, Dreieck und Kreis,
m Richtungen und Lage bezeichnen: oben, unten, über, neben, zwischen... ,
m Farben: rot, gelb, grün, blau, schwarz, weiß,
m malt Menschen mit Kopf, Körper, Händen und Fingern, Beinen und Füßen.
 
Sprache / Gespräch
m Laute (Buchstaben) richtig sprechen,
m einfache Sätze grammatisch richtig,
m alltägliche Dinge benennen und Situation beschreiben (Wortschatz),
m Wünsche, Bedürfnisse klar ausdrücken,
m auf Fragen eingehen.
 
Begriffsbildung / Denken
m von alltäglichen Dingen Oberbegriffe bilden (z. B. Obst),
m 3 oder 4 Einzelbilder (z. B. einer Bildergeschichte) in der richtigen Reihenfolge ordnen.
 
Gedächtnis / Merkfähigkeit
m bekannte Zeichen/Logos auch in anderer Umgebung erkennen (z.B. Haltestelle),
m einen ganzen Satz mit 6 oder 7 Wörtern wörtlich nachsprechen,
m einfachen Reim oder Strophe eines oft gesungenen Kinderliedes auswendig sagen oder singen,
m findet sich in der unmittelbaren Umgebung der Wohnung und auf bekannten Wegen (z.B. zum Kindergarten) zurecht

 

 

 

Zahlen / Mengen
m mindestens bis 6 zählen,
m ohne Zählen kleine, geordnete Mengen erfassen (z.B. Punkte auf Würfel),
m bei deutlichen Unterschieden Beziehungen erkennen, z. B. mehr/weniger, größer/kleiner ...
 
Spiel- und Arbeitsverhalten / Ausdauer
m interessiert sich für Neues,
m ist begeisterungsfähig und kann mit Freude an eine Aufgabe herangehen,
m beim Vorlesen ca. eine Viertelstunde ausdauernd zuhören,
m sich mindestens eine Viertelstunde alleine beschäftigen (z.B. Spielen, Malen),
m gibt bei kleinen Schwierigkeiten nicht gleich auf,
m fühlt sich für seine Sachen und seine Ordnung mitverantwortlich,
 
Umgang mit anderen / Soziale Fähigkeiten
m nimmt mit anderen Kontakt auf, kann aber auch Distanz zu Fremden halten,
m beteiligt sich an gemeinsamen Tätigkeiten (auch wenn das eigene Interesse nicht so groß ist),
m Gefühl, Zustimmung oder Ablehnung in angemessener Form äußern,
m kann beim Spiel verlieren,
m kennt die gebräuchlichen Umgangsformen wie grüßen, bitten, danken...,
m kann teilen und hilft anderen, die schwächer sind oder Schwierigkeiten haben.
 
Gesundheit / Hygiene
m kann richtig hören,
m kann gut sehen (eventuell mit Brille),
m einen Vormittag in Gruppe oder Klasse ohne Übermüdung überstehen (mit den entsprechenden Pausen und Entspannungsmöglichkeiten),
m kann die tägliche Hygiene selbst ausführen: sich waschen, Zähne putzen, Toilette benutzen...
 
Vorwissen bzw. Interesse für die Umgebung und die Umwelt
(dann fällt es dem Kind leichter, sein Wissen zu erweitern), z.B.
r weiß, wie man eine Straße überquert und verhält sich im Verkehr vorsichtig,
r Tageseinteilung: Morgen, Vormittag, Mittag usw.,
r Zeit gliedern: davor/danach, gestern/heute/morgen,
r Namen der Jahreszeiten / Unterschied zwischen Sommer und Winter beschreiben,
r kann etwas Typisches über Feste und Gebräuche im Jahreslauf sagen (Ostern, Weihnachten, Fasching),
r einige Berufe aus der alltäglichen Umwelt,
r Cent- und Euro-Münzen unterscheiden,
r Bewusstsein für die Gesundheit (Sauberkeit, Schlaf, Ernährung/Süßigkeiten...),
r kennt die angemessenen Bezeichnungen für die Körperteile,
r weiß, dass es sehr unterschiedliche Bäume, Blumen usw. gibt und kennt einige Namen,
r kennt die bekanntesten Haustiere und Zootiere,
r hat Interesse am Schutz von Tieren und Natur usw.

 

 

 

Wie Eltern gute Voraussetzungen schaffen können (Nicht den Schulstoff im Voraus pauken, sondern die Entwicklung des Kindes fördern!)
u Regeln festlegen, Grenzen bestimmen und auf ihre Einhaltung dringen
u bestimmte Zeiteinteilungen festlegen und einhalten
u ausgewogene und gesunde Ernährung, Trinken
u genügend Bewegung und frische Luft
u regelmäßiger Schlaf für die Kinder (normalerweise ca. 10 Std. täglich)
u Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheit/Sinneswahrnehmung kontrollieren
u die Bedeutung von täglicher Hygiene und sauberer Kleidung vermitteln
u vernünftige Auswahl und Begrenzung von Fernsehens, Videospielen usw.
u miteinander Kindersendungen anschauen, die auch Lehrreiches bringen
u (einfache) Geschichten vorlesen, Interesse für Bücher wecken
u mit den Kindern sprechen; in einfacher Form erzählen und erklären, was sie interessiert
u den Kindern interessiert zuhören, sich von ihnen etwas erklären lassen
u auf die eigene Ausdrucksweise achten; keine hochgestochene - aber auch keine zu lässige Sprache, keine unüberlegten Ausdrücke (Flüche!)
u nicht immer alles bereden und erklären, nicht auf Kinder einreden
u miteinander spielen, zeichnen, basteln ... und sich Zeit lassen und zusammen
u etwas in Ruhe tun
u die "Werke" der Kinder wohlwollend betrachten (aber kein falsches Lob für Dinge, die nachlässig gemacht wurden)
u gemeinsame Erlebnisse planen und durchführen, gemeinsam Freude haben
u die Natur beobachten, fühlen; Farben, Formen und Düfte entdecken
u Interesse an der Umwelt und an der Umgebung wecken
u miteinander Dinge betrachten und beschreiben, z. B. auch in Rätseln
u den Kindern nicht die Arbeit abnehmen, die sie selbst tun können
u die Kinder bei täglichen Hausarbeiten, bei Einkäufen usw. mit einbeziehen, ihnen kleine Aufgaben geben
u mehr ermutigen, bestätigen, loben und weniger das Negative bereden
u selbstkritisch auf die Wirkung des eigenen Vorbilds achten
u dem Kind zeigen, dass man an Kindergarten bzw. Schule Interesse hat und Kontakt zu Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrern hält (usw.)

Die vorliegenden Punkte basieren auf ein Konzept von Erich Krause, Schulleiter an der Volksschule Mistelbach.

Siehe auch:
www.krause-online.de