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Diagnostik im Schuleingangsbereich
Diagnostikmöglichkeiten für institutionsübergreifendes Arbeiten
von Christina Reichenbach/Christina Lücking
Gebunden, 288 Seiten
Format: 16 x 23 cm
Borgmann Media, 2007
ISBN-13: 978-3-938187-36-4
Preis: 20,40 Euro / 35,90 sfr

Obwohl es bereits etliche diagnostische Verfahren im Schuleingangsbereich gibt, fällt dieses Buch etwas aus dem Rahmen. Denn es wendet sich sowohl an GrundschullehrerInnen, ErzieherInnen und ÄrztInnen/TherapeutInnen, die mit Kindern in der betreffenden Altersgruppe arbeiten. Es ermöglicht den Einblick in die einzelnen Entwicklungsbereiche sowie einen Gesamtüberblick von Entwicklung. Außerdem erhält man wertvolle Erkenntnisse bei der Einschätzung der individuellen Entwicklung des Kindes.

Was aber besonders wichtig ist und von PädagogInnen geschätzt wird, sind die alltagsnahen Förderhinweise zur Entwicklungsanregung.

Dieses Buch entstand basierend auf eine umfangreiche Bedarfsanalyse mittels Fragebogen bei den Praktikern im Schuleingangsbereich (Kindergarten, Grundschule, Frühförderstelle, Förderschule usw.). Den Bedürfnissen und Erwartungen dieser Pädagogen, Therapeuten u.a. an ein gutes diagnostisches Verfahren will man hiermit entsprechen.

In diesem Buch wird das Kind in seiner individuellen Entwicklung in den Vordergrund der Betrachtung gestellt. Den pädagogischen Fachkräften in Kindergarten und Schule wird durch die umfangreiche Aufgabensammlung ein Fundus von Anregungen für die Förderung des einzelnen Kindes gegeben.

Die wesentlichen Entwicklungsbereiche (Sprachentwicklung u. -kompetenz, motorische und kognitive Entwicklung, Wahrnehmung, sozial-emotionale Entwicklung, soziale Kompetenz und Entwicklung, Selbstkonzept) werden ausführlich definiert. Das ist sehr hilfreich, denn im Praxisteil, der etwa 200 Seiten hat, wird bei jeder Aufgabe darauf eingegangen. Wir finden hier Vorschläge für die Bereiche Bewegung, Kognition, Sprache und Kommunikation, Wahrnehmung und den sozial-emotionalen Bereich.

Auf ein bis zwei Seiten wird jede Aufgabe sehr ausführlich und übersichtlich in folgenden Rubriken beschrieben:

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Angesprochene Entwicklungsbereiche und deren Schwerpunkte

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Material

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Gruppe oder Einzelsituation

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Ursprung der Aufgabe (welches Diagnostikverfahren, z.B. DESK = Dortmunder Entwicklungsscreening für den Kindergarten)

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Aufgabenstellung mit Differenzierungsmöglichkeiten

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Mögliche Beobachtungen (mit vielen Beispielen)

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Mögliche Fragen und Interpretationen

Die notwendigen Arbeitsblätter sind ebenfalls abgebildet und müssen nur noch auf DIN A4-Format vergrößert werden. Sehr hilfreich ist auch im Anhang des Buches die große Auswahl von Verfahren zur Diagnostik im Schuleingangsbereich.

Die theoretischen Ausführungen und die vielen praktischen Förderanregungen bilden eine Einheit und sind das Besondere an diesem Praxishandbuch. Es ist unbedingt notwendig, sich auch mit dem ersten, "trockenen" Teil des Buches zu beschäftigen. Nur dann kann man die sehr guten Aufgaben aus dem zweiten Teil in der Praxis angemessen einsetzen.

Fazit: Förderungsorientierte Diagnostik wird in diesem Buch für pädagogische und therapeutische Fachkräfte ausführlich und sehr gut dargestellt. Sehr empfehlenswert!

Christina Reichenbach ist Diplom-Pädagogin (Schwerpunkt Psychomotorik). Sie arbeitet nach langjähriger praktischer Tätigkeit als Psychomotoriktherapeutin inzwischen am Ernst-Kiphard-Berufskolleg, Fachschule für Motopädie, in Dortmund. Weiterhin verwaltet sie derzeit an der Leibnitz Universität Hannover die W3-Professur in der Abteilung "Psychologie bei sonderpädagogischem Förderbedarf". Dort ist sie in der Lehre von Studierenden des Lehramts, Bachelor, Master und Diplompädagogik eingebunden. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind psychomotorische Entwicklungsförderung (Praxis und Theorie), Selbstkonzept (Diagnostik und Förderung) und förderungsorientierte Diagnostik.

Christina Lücking ist Diplompädagogin. Sie studierte an der Universität Dortmund die Studienrichtung Sondererziehung und Rehabilitation mit dem Schwerpunkt Bewegungserziehung und Bewegungstherapie (Psychomotorik). Als Psychomotoriktherapeutin arbeitete sie sechs Jahre im Bewegungsambulatorium an der Universität Dortmund e.V. mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf im sozial-emotionalen, motorischen, perzeptiven und/oder kommunikativen Bereich. Seit dem Wintersemester 2006/2007 ist sie Mitarbeiterin an der Abteilung Sonderpädagogische Psychologie im Institut Sonderpädagogik an der Leibniz Universität Hannover.
Des Weiteren promoviert sie bei Prof. Dr. Dietrich Eggert zu dem Themenschwerpunkt "Soziales und emotionales Selbst von Kindern in ihrer Bedeutung für Diagnostik und Förderung". Forschungsschwerpunkte sind Psychomotorik in Theorie und Praxis, Selbstkonzeptforschung und förderungsorientierte Diagnostik.

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