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Bilder in Bewegung
Ausdrucksformen ästhetischer Bildung in Kindertageseinrichtungen
Herausgeber: Christine Leutkart / Annemarie Steiner
224 Seiten, farbige Abbildungen
Format 16 cm x 23 cm
Klappenbroschur
verlag modernes lernen, 2017
ISBN: 978-3-8080-0784-6
Preis: 19,95 Euro / 32,30 CHF

Wir Pädagogen sind immer auf der Suche nach neuen Ideen und Ausdrucksformen, besonders was die Förderung der Kreativität in Kita und Schule betrifft.

"Bilder in Bewegung" vermittelt sowohl im theoretischen als auch im praktischen Teil vielfältige Anregungen für bewegte Bilder. Bewegliche Figuren aus Papier, Mobiles und Windspiele, Geschichten erzählen mit Leporello oder Stempeldruck sind nur einige der wunderbaren Projektideen, die zeigen, wie unkompliziert ästhetische Bildung an das Kind herangebracht werden kann.
Dazu kommen Klangbilder (mit Klängen spielen, malen und erzählen) oder Bilderbücher als Impulsgeber. Attraktive Spielfiguren können von Kindern selbst gestaltet werden. Christine Leukart hat die entsprechenden Bastelideen beigesteuert.
Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema "Kunst erleben": Den Bericht aus der Praxis von Antje Beck, sie beschäftigte sich mit ihren Kita-Kindern mit Bildern von Paul Klee, fand ich besonders interessant. Aber auch die Projektidee "Menschenbilder" von Annemarie Steiner regt an, sich auf künstlerische Weise mit Porträt und Selbstporträt zu beschäftigen.
Kinder werden ihre Freude daran haben.

Die letzten Seiten im Buch widmen sich Projekten mit Eltern:
-Elternabende gestalten (Eltern experimentieren mit Malwerkzeugen)
-Gestaltungsaktion mit Eltern (Zu Kinderzeichnungen entstehen Betonreliefs)

Sämtliche Gestaltungsideen sind von erfahrenen Pädagogen praxiserprobt und garantieren somit eine erfolgreiche Durchführung bei den Kindern. Die Materialhinweise sind grau unterlegt, sie sind im Text schnell auffindbar.

Selbst für den erfahrenen Fachmann bzw. die erfahrene Fachfrau gibt es so viel Neues, das es lohnt, sich ausführlich mit diesem Buch zu beschäftigen.

Verlagsbeschreibung:
Kinder sind ständig in Bewegung, sie gestalten und entdecken ihre Welt immerzu aufs Neue. Wir staunen täglich über den Ideenreichtum kindlicher Werke, denn sie führen uns immer wieder vor Augen, wie offen, neugierig und kreativ Kinder sich mit den Möglichkeiten, die ihre Umgebung ihnen bietet, auseinandersetzen.
„Bilder in Bewegung“ – als Motto und Anliegen dieses Buches bedeutet dies, dass Materialien, Techniken und abwechslungsreiche Methoden vorgestellt werden, die dem Schaffensdrang der vier- bis zehnjährigen Kinder entgegenkommen und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Die ästhetische Bildung mit ihren vielfältigen Ausdrucksformen setzt hier eine große Klammer ganz unterschiedlicher Bildungsbereiche.

Im ersten Teil befassen sich die Autorinnen mit den vielfältigen Aspekten der ästhetischen Bildung, die den pädagogischen Alltag beleben. So kommen auf ErzieherInnen stetig neue herausfordernde Aufgaben zu, wie zum Beispiel der wachsende Bedarf an inklusiven Prozessen. Wie können diese auf spielerisch-kreative Weise vorangetrieben werden? Ob mit oder ohne Behinderung, ob mit guten oder geringen Deutschkenntnissen, egal mit welchem kulturellen, sozialen oder biografischen Hintergrund, alle Kinder nehmen gleichwertig am künstlerischen Prozess teil. Dies gilt auch für die Genderfrage, denn die ästhetische Bildung ist ein vorzüglich geeignetes Feld, um Rollenstereotype aufzuheben und Jungen wie Mädchen zu neuen, geschlechteruntypischen Erfahrungen zu ermutigen.
In einem Erfahrungsbericht aus einer Kindertageseinrichtung, die reggio-orientiert arbeitet, wird darauf eingegangen, wie dies konkret in der Praxis aussehen kann und worauf wir dabei achten können. Elektronische Medien und die Nutzung des Internets haben in die kindliche Welt schon längst Einzug gehalten und lassen sich auch aus der frühkindlichen Bildung nicht mehr ausschließen. Die Auseinandersetzung mit der Frage, welche medienpädagogischen Aspekte den Kita-Alltag bereichern können, weitet den pädagogischen Blick sowie die Möglichkeiten der ästhetischen Bildung.
Bei all dem sollten wir die Eltern nicht vergessen: Eine lebendige Erziehungspartnerschaft bedeutet, Eltern nicht nur über die Bedeutung ästhetischer Prozesse zu informieren, sondern sie darüber hinaus auch daran teilhaben zu lassen. Welche Möglichkeiten uns hierfür zur Verfügung stehen, wird hier ebenfalls besprochen und mit Ideen zur praktischen Gestaltung von Elternabenden ergänzt.

Im zweiten Teil werden vielerlei gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten aus ganz unterschiedlichen Bereichen vorgestellt, die auch im Rahmen größerer Projekte im pädagogischen Alltag umgesetzt werden können. Kinder sind beispielsweise ausdauernde Klangforscher und -gestalter. Welche Instrumente eignen sich für welche Altersgruppe, was ist eine sinnvolle Grundausstattung und wie können selbstgebaute Instrumente und klingende Alltagsmaterialien genutzt werden? Klanggeschichten und das Experimentieren mit Klängen werden mit dem Gestalten von Bildern und dem Entwickeln von eigenen Geschichten verknüpft. Bilder in Bewegung entstehen auch ganz konkret in Form von Mobiles, Pop-ups, Rollkinos und Wendebildern. Diese herzustellen ist gar nicht so schwierig! Der gestalterische Umgang mit digitalen Medien bietet weitere Ausdrucksmöglichkeiten in der ästhetischen Bildung. Mit der Entwicklung und Herstellung eines eigenen kleinen Trickfilms finden bewegliche Bilder eine Fortführung: Wie bereits Kinder in Kindertageseinrichtungen selber Trickfilme herstellen können, wird in einem Beispiel aus der Praxis vorgestellt.
Inhalte aus Bilderbüchern können künstlerisch umgesetzt und mit dem darstellenden Spiel und dem Erzeugen von Geräuschen verknüpft werden, wie dies bei einem originellen „Stuhltheater” anschaulich wird. Auch Bilder von bekannten Künstlern und der Besuch von Ausstellungen sind als Impulsgeber für gestalterische Prozesse von Kindern geeignet. Hier werden abwechslungsreiche Herangehensweisen und erprobte Methoden zu unterschiedlichen Künstlern und ihren Themen vorgestellt, um Kinder auf die Welt der Kunst neugierig zu machen.

Fazit: Das Buch bietet viel Neues, um die Kreativität von Kindern zu fördern. Sehr empfehlenswert!

Christine Leutkart, Dipl. Kunsttherapeutin (FH), Erzieherin und Schriftstellerin.
Seit vielen Jahren mit Fortbildungen für ErzieherInnen und mit Kreativworkshops tätig. Langjährige Leitung von Kinderkunstgruppen und von kunsttherapeutischen Gruppen für Menschen mit geistigen Behinderungen. Seit 2010 Dozentin an der Fachschule für Sozialpädagogik, Fritz Erler Schule, in Tuttlingen an der Donau. Autorin von mehreren Fachbüchern im kunstpädagogischen / therapeutischen Bereich und von Kriminalromanen.

Annemarie Steiner, Dipl. Kunsttherapeutin (FH), Erzieherin, Theaterpädagogin und Künstlerin.
Langjährige kunsttherapeutische Arbeit in der pädiatrischen Onkologie und mit Geschwistern schwerkranker Kinder. Leitung von Fortbildungen für (Kunst-) TherapeutInnen und ErzieherInnen. Leitung von Kunstkursen vor allem im Bereich der Malerei und Druckgrafik.
Seit 2002 Dozentin an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart.
www.annemariesteiner.de

Antje Beck, Staatl. anerkannte Erzieherin, Theaterpädagogin, Referentin und Nähbegeisterte.
Seit 1989 Arbeit in verschiedenen Betreuungsformen für Kinder von ein bis sechs Jahren. Leitung von Fortbildungen zum Thema Theaterpädagogik für ErzieherInnen. Entwurf und Herstellung von Taschen und Wohnaccessoires.

Dr. Regine Klingsporn, Musikerin und Musikwissenschaftlerin.
Spielt gerne mit den Bezügen zwischen Klang - Bewegung - Sprache - Theater und Bildender Kunst. Dozentin an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Stuttgart.

Regine Laun ist diplomierte Sozialpädagogin, Medienpädagogin sowie staatlich anerkannte Erzieherin. Seit 2012 lehrt sie an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in Stuttgart. Als Referentin gibt sie medienpädagogische Fortbildungen für Erzieherinnen und Eltern. Viele Jahre war sie im Organisationsteam der Stuttgarter Kinderfilmtage tätig, 2008 und 2009 hatte sie die Projektleitung der Schulkinowoche Baden-Württemberg inne.

Susanne Neumann, Kindheitspädagogin B.A., Erzieherin, systemische Beraterin und NLP-Master.
Seit 2012 Leiterin einer reggio-orientierten Kindertageseinrichtung. Partnerin der 3N-CONSULT GmbH mit den Schwerpunkten Systemische Beratung und Coaching, sexualpädagogische Beratung sowie Fortbildung. In diesen Themengebieten ist sie zudem als Referentin tätig.

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