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Auch kleine Ritter müssen mal...
von Irmi Feldman, Theresia Koppers
32 Seiten, durchgehend farbig illustriert, gebunden
Bajazzo Verlag, 2004
Ab 5 Jahre
Preis 12,90 Euro
ISBN 3 907588 49 5

Der kleine Ritter hat ein Problem: Jede Nacht muss er aufstehen und auf's Klo. Doch da er nur ein kleiner Ritter ist, die Wege im Schloss so weit sind, und er leider auch noch so vergesslich ist, wird es immer wieder zu einer strapaziösen Angelegenheit.

Zum Aufstehen aus dem Bett hüpft er auf den Hocker und vom Hocker in seine Pantoffeln - wenn sie denn da stehen würden...."Morgen stell ich meine Pantoffeln genau vors Bett."

Dann stolpert er im Dunkeln über das verflixte Bärenfell...."Gleich morgen früh räum ich das verflixte Bärenfell aus dem Weg!"

Nun läuft er aus der schweren Eisentür, dann den langen Gang entlang, die Zickzacktreppe hinunter, die Wendeltreppe hinauf, hüpft von Burgzinne zu Burgzinne, biegt um drei Ecken und steht endlich vor der Klotür. Doch die Tür ist verschlossen. Der Schlüssel liegt unter seinem Kopfkissen. ..."Morgen lass ich den Kloschlüssel im Schlüsselloch stecken!"...

Also muss er wieder zurück. Doch als er den Schlüssel hat, fehlt ihm auch noch der Hocker. Ohne Hocker kommt er nämlich nicht auf's Klo. Und wieder geht es zurück und dann endlich mit dem Hocker auf das ersehnte Örtchen...."Morgen lass ich den Hocker vor dem Klo stehen!"...

Ja das sind die guten Vorsätze - nur leider vergisst man sie immer wieder. Doch eines Tages trifft unser kleiner Ritter beim Einkaufen im Dorf einen Krämer mit.... Nachttöpfen.

..."Und von nun an wars in der Nacht mit dem Hin- und Hergerenne, dem Rauf- und Runtergelaufe in der steinalten Burg hoch oben auf dem Berg für immer vorbei...."

Die wiederholte Aufzählung des langen Weges durch das Schloss macht die Geschichte immer wieder spannend und amüsant. Schon nach kurzer Zeit kennen die Kinder genau den Weg, den der kleine Ritter immer wieder und wieder hin- und herlaufen muss, auswendig. Der Text ist ausgesprochen kindgerecht geschrieben und lässt sich sehr gut vorlesen. Wenn der kleine Ritter Ausdrücke wie ..."So ein Mist!..." von sich gibt, amüsieren sich die Kinder zwar, können aber sehr gut nachvollziehen, dass die Situation nicht besonders angenehm für ihn ist.

Die Bilder zeigen uns eindrucksvoll, wie klein der Ritter im Vergleich zu seinem Bett ist. Und dass man einen Hocker benötigt, um eine bestimmte Sache zu erledigen, hat sicher auch schon jedes Kind erlebt. Überdimensionierte Kloschüsseln und lange Gänge - die Illustratorin hat die Welt des kleinen Ritters wunderbar wiedergegeben.

Fazit: Ein Bilderbuch, das nicht nur den Kindern Spaß macht.

Siehe auch:
www.baselau.de/html/rezis/103.htm

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