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Und was kommt nach tausend?
Eine Bilderbuchgeschichte vom Tod
von Anette Bley
Format 21,5 x 30 cm, 32 Seiten
durchgehend farbig illustriert
Ravensburger Buchverlag, 2005
ISBN: 3-473-33070-1
Preis: 12,95 Euro / 23.60 sFr.

Es ist nicht einfach, ein kindgerechtes Buch über das Sterben und den Tod zu schreiben. Ich denke, Anette Bley hatte sich hier eine schwere Aufgabe gestellt. Doch es ist ihr gelungen. Bilder und Text sind eine Einheit und machen klar, dass der Tod noch nicht das Ende einer engen Beziehung ist. Die Erinnerung lässt den Verstorbenen in uns weiterleben.

Otto und Lisa sind Freunde. Otto ist schon alt und geht am Stock, aber keiner kann die Welt so gut erklären wie er. Sie machen viel gemeinsam. Lisa kann Otto alles fragen und er kennt sich aus.

Doch eines Tages ist Otto krank. Es gibt keine Berührungsängste zu dem sterbenden, alten Mann. Lisa kuschelt sich auf einem der Bilder an ihn. Und das alles sieht so normal aus, dass auch das folgende Bild mit dem toten Otto im Bett zwar Traurigkeit hervorruft, aber auch viel Verständnis und Anteilnahme.

Eine fröhlich hüpfende, bunte Lisa versucht, während der Beerdigung Verständnis für ihre Freude zu bekommen, denn sie hatte gerade ein ganz tolles Erlebnis. Otto hätte das verstanden und mit ihr einen Freudentanz getanzt. Doch die grauen Fremden, die zu Ottos Beerdigung gekommen sind, verstehen sie nicht.

Natürlich ist Lisa traurig. Otto fehlt ihr sehr. Doch ihr wird klar: Sie kann ihn nur nicht mehr sehen, aber er ist immer in ihr.

Freundschaft - Krankheit - Tod - Erinnerung
Eigentlich ist es überwiegend ein fröhliches Buch mit schönen, bunten Bildern und einer Geschichte über eine Freundschaft, die bereits 4-jährige Kinder gut verstehen können. Erst nachdem wir uns gefühlsmäßig mit Lisa und Otto sehr identifizieren, kommen Krankheit und Tod im letzten Teil des Buches. Doch es überwiegt die realistische Einstellung eines Kindes. Seine Sicht ist verständlich und vermittelt Trost für Betroffene.

Fazit: Anette Bley hat ein beeindruckendes Buch zu diesem schwierigen Thema geschrieben. Der Text ist kindgerecht und die Bilder sind sehr poetisch. Wunderbar sind auch die kindlichen Skizzen am Rand der Geschichte, die Lisas Sicht auf die Zeit mit Otto zeigen.

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