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Eines Morgens war alles ganz anders
von Barbara Davids
Illustrationen: Gabriele Münzer
24 Seiten, Format: 24,4 x 17,5 cm
Lambertus-Verlag, 2. Auflage 2009
ISBN 978-3-7841-1924-3
Preis: 14,50 Euro / SFR 26,50

Verlagsinformation:
Kinder, die vom Verlust durch den Tod eines geliebten Menschen betroffen sind, reagieren oft mit Wut oder totalem Rückzug. Ihr Verhalten macht Empathie von anderen Kindern und Erwachsenen sehr schwer, die Gefahr einer Barriere des erstarrten Schweigens ist sehr groß.
Betroffene Kinder, die dieses Buch zusammen mit Erwachsenen anschauen durften, reagierten erstaunlich. Sie konnten sich plötzlich mitteilen, mit dem Fluss der Dinge gehen, anstatt sich trotzig dagegen zu stemmen.
Es gibt immer noch wenig Hilfe für Eltern und Kinder, die zur gleichen Zeit Abschied nehmen müssen von einem geliebten Verstorbenen. Dieses Buch spricht in einfachen, kurzen Sätzen über das Erstarren des Erwachsenen, der glaubt, in jedem Moment tapfer und stark sein zu müssen, und die dadurch entstehende Einsamkeit des Kindes, die Unsicherheit der nicht direkt betroffenen 'Bezugspersonen', und die Erlösung, die durch eine echte Begegnung stattfindet.

Inhalt:
Annas Vater ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Angesichts dieser schrecklichen Tatsache hat das Leben im Kindergarten für Anna seine Unbeschwertheit verloren und auch zu Hause scheint alles verändert. Ihre Mama ist häufig traurig und weint und auch Anna leidet und muss ihren Schmerz oft herausschreien. Sie reagiert verstört, fühlt sich unverstanden und allein und weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Als die Kleidung ihres Papas plötzlich nicht mehr am gewohnten Platz ist, ist ihr klar: Papa kommt nie wieder zurück.
Bei einem Spaziergang findet sie einen kleinen toten Vogel. Das ist unheimlich und traurig zugleich. Doch dann trifft sie Josef, einen großen Jungen aus ihrer Kindergartengruppe. Er hilft ihr mit der Erklärung, dass bei dem kleinen Vogel die Seele in den Himmel geflogen ist. Und dann ist da noch Josefs Oma. Auch sie gibt mit ihren Worten Trost und Verständnis und ist letzten Endes auch für Annas Mama eine große Hilfe.

Die Geschichte bietet sich an, um allgemein über den plötzlichen Verlust eines nahen Menschen zu sprechen. Es sind ja nicht immer die Alten, die sterben, sondern oft auch Verwandte und Bekannte, die noch mitten im Leben stehen. Zwar ist das Thema sehr traurig und beim Vorlesen wird sicher die eine oder andere Träne fließen, doch insgesamt spricht viel Trost und Zuversicht aus diesem Buch. Die liebevoll gestalteten, ganzseitigen Bilder zeigen ausdrucksstark den Schmerz und die Gefühle von Mutter und Tochter.

Fazit: Der Verlust von Vater oder Mutter ist immer schmerzlich. Nicht nur die Kinder leiden dann sehr, sondern auch der zurückbleibende Elternteil weiß oft nicht, wie er mit seinem Schmerz fertig werden soll. Hier kann das Buch eine Vermittlerrolle spielen, um Kindern zu erklären, wie schwer sich auch die Erwachsenen mit dem Tod eines geliebten Menschen tun.
Die Geschichte ist mit den schönen Bildern auch sehr gut zum Vorlesen für Kitakinder ab 4 Jahre geeignet.

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