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Die Prinzessin auf dem Kürbis
von Heinz Janisch u. Linda Wolfsgruber
32 Seiten, Format: 29 cm x 20 cm
cell. Pappband
Verlag Jungbrunnen, 2016
ISBN 978-3-7026-5901-1
Preis: 14,95 Euro

Inhalt
Der Prinz ist zur Hochzeit seines Freundes eingeladen. Die Braut ist die berühmte Prinzessin auf der Erbse. Wieder auf seine Burg zurückgekehrt, ist der Prinz sicher, dass er eine Frau sucht, die nicht so zimperlich ist. Als endlich eine Kandidatin gefunden ist, stellt er sie wenig zuvorkommend auf die Probe. Die Prinzessin ist handfest und besteht alle Prüfungen – aber will sie überhaupt so einen ruppigen Prinzen zum Mann?

Idealerweise sollten Kinder das Märchen von der "Prinzessin auf der Erbse" bereits kennen, bevor sie Bekanntschaft mit der Kürbisprinzessin machen. Denn dann fällt es leichter, den Sinn der beeindruckenden Geschichte zu erfassen.

Die letzte für den Prinzen zur Auswahl stehende, junge Frau ist forsch und fordernd. Sie sagt z.B.: "Eine echte Prinzessin will verdient sein." Erst als der anfangs mürrische Prinz sich von seinen besten Seiten zeigt, kommt es zu der angestrebten Hochzeit.

Mit Ironie und Witz wird gezeigt, dass Mädchen nicht anpassungsfähig und brav sein müssen, sondern auch selbstbewusst und fordernd sein können, ja sogar sollten. Das Buch zeigt, dass Gleichberechtigung und ein Aufeinanderzugehen bei der Partnerwahl dringend notwendig sind. Nur so kann Zuneigung und Vertrauen, ja auch Liebe, entstehen.

Die zum Teil ganzseitigen Zeichnungen haben einen etwas altmodischen, aber charmanten Charakter. Die Personen wirken wie Karikaturen und damit sehr witzig.

Fazit: Das Thema Gleichberechtigung wird in dieser Bilderbuchgeschichte für Jungen und Mädchen ab 5 Jahre sehr verständlich erklärt. Sehr empfehlenswert!

Heinz Janisch wurde 1960 in Güssing im Burgenland geboren. Er studierte Germanistik und Publizistik in Wien. Seit 1982 arbeitet er als freier Mitarbeiter beim ORF-Hörfunk und gestaltet und moderiert Hörfunksendungen. Er schreibt sowohl Kinderbücher als auch Bücher für Erwachsene. Heinz Janisch erhielt mehrere Literaturpreise, unter anderem den Österreichischen Staatspreis für Kinderlyrik 2005.

"Ich bin ein Reisender mit Dingen und Büchern. Mir ist wichtig, dass Kinder Bücher als Geschenk erleben, wie eine Art Wundertüte: Man macht sie auf und lässt sich überraschen. Immer, wenn man mich fragt: "Warum schreiben Sie Kinderbücher?", denke ich mir, niemand würde einen John Irving fragen, warum er Erwachsenenbücher schreibt! Man schreibt einfach Bücher, die - wenn es gut geht - einem Achtjährigen und einem Achtzigjährigen gefallen!"
www.heinz-janisch.com

Linda Wolfsgruber wurde 1961 in Bruneck in Südtirol geboren. Von 1975 bis 1978 besuchte sie die Kunstschule in St. Ulrich in Gröden, Italien, und machte anschließend eine Ausbildung zur Schriftsetzerin und Grafikerin. Von 1981 bis 1983 absolvierte sie die "Scuola del Libro" in Urbino, Italien. Seit 1984 arbeitet sie als freischaffende Illustratorin und Grafikerin in Florenz, Bruneck und Wien und leitet Zeichen- und Illustrationsworkshops, u.a. an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. 2016 erhielt sie den Österreichischen Kunstpreis.
Linda Wolfsgruber lebt in Wien.

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