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BZgA - PressemitteilungPressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 06.05.2005

Zappelphillipp und Traumsuse - Orientierung und Hilfe für Eltern

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt neue Broschüre zum Thema ADHS vor.

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitäts- Störung) ist eines der am häufigsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter. Ungefähr 3 bis 6 Prozent aller Schulkinder sind davon betroffen, Jungen rund drei bis neunmal häufiger als Mädchen. Unter ADHS wird eine verminderte Fähigkeit zur Selbststeuerung bei Kindern und Jugendlichen verstanden. Sie äußert sich in aller Regel in Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, in ausgeprägter körperlicher Unruhe und starkem Bewegungsdrang und in impulsivem und unüberlegtem Handeln. Während das sog. "Zappelphillipp-Syndrom" am bekanntesten ist, kann die Erkrankung aber auch ohne Hyperaktivität auftreten. Letzteres findet sich häufiger bei Mädchen, die dann meist als "Traumsuse" bezeichnet werden.

Oft sind die Übergänge von einem schwierigen und besonders lebhaftem Verhalten bis hin zu einer behandlungsbedürftigen Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung fließend und entsprechend schwer einzuschätzen. Auf der Konsensuskonferenz des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) haben sich im Oktober 2002 führende Experten auf wesentliche Qualitätsstandards zur Diagnose und Therapie verständigt. Die Ergebnisse dieser Konferenz sind in die neue BZgA-Broschüre "adhs" eingeflossen.

Hierzu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung, Marion Caspers-Merk: "In der Öffentlichkeit besteht noch immer viel Unkenntnis und Fehlinformation über das Krankheitsbild. Wir wollen mit dieser Broschüre eine erste Orientierung zu ADHS bieten."

Die Broschüre "adhs" richtet sich an Betroffene, Eltern, Angehörige und alle, die beruflich mit ADHS-Patienten zu tun haben. Sie gibt Informationen über Standards der Diagnosestellung und über unterschiedliche Behandlungsansätze.

"Die Broschüre informiert, wie Symptome aussehen und wo Hilfe zu bekommen ist", erklärt Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Eine sorgfältige Diagnostik und frühzeitige Förderung der betroffenen Kinder ist deshalb so wichtig, weil Verlauf und Ausprägung von ADHS durch gezielte Maßnahmen günstig beeinflusst werden können. Auch Begleit- und Folgestörungen lassen sich dadurch reduzieren", so Dr. Elisabeth Pott.

Nach der Diagnose von ADHS sollte die Behandlung auf mehreren, miteinander verzahnten Ebenen erfolgen. Die Beratung und Unterstützung der Eltern, Angehörigen und anderer Bezugspersonen ist dabei ein ganz wichtiger Baustein. Auch psychotherapeutische und psychosoziale Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen spielen eine wichtige Rolle. Die diese Therapien unterstützende Verordnung von Medikamenten kann bei Kindern mit einer ausgeprägten Störung erforderlich werden, muss aber Teil eines Gesamtkonzeptes sein und bedarf immer einer sorgfältigen Überwachung durch den Facharzt.

Die Broschüre "adhs" ist kostenlos unter folgender Adresse zu bestellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
51101 Köln
Fax: 0221-8992 257
E-Mail: order@bzga.de

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