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Die Webseite für LeiterInnen von Schulkindergärten
von Marianne Broglie, Diplom-Sozialpädagogin
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Veröffentlichung

Das Niedersächsisches Kultusministerium in Hannover hat kurz vor den Sommerferien 2005 den Grundschulen noch folgende Mitteilung - per Mail - gemacht:

Zurückstellung vom Schulbesuch

"Ich bitte die Schulen anzuweisen, Nr. 5.2 der Ergänzenden Bestimmungen zur Schulpflicht und zum Rechtsverhältnis zur Schule vom 29.08.1995 (SVBl. S. 113), zuletzt geändert am 16.03.1999 (SVBl. S. 194) nicht mehr anzuwenden.

Schulpflichtige Kinder, die körperlich, geistig oder in ihrem sozialen Verhalten nicht genügend entwickelt sind, um erfolgreich am Unterricht der Grundschule oder einer Förderschule teilzunehmen, können nach § 64 Abs. 2 NSchG vom Schulbesuch um ein Jahr zurückgestellt werden. Die Zurückstellung vom Schulbesuch darf nur dann erfolgen, wenn zu erwarten ist, dass der individuell festgestellte Entwicklungsrückstand durch integrative Fördermaßnahmen nicht ausgeglichen werden kann.

Nach Nr. 5.2 der Ergänzenden Bestimmungen zur Schulpflicht und zum Rechtsverhältnis zur Schule vom 29.08.1995 ist bis jetzt auch eine Zurückstellung nach der Aufnahme während der ersten sechs Schulwochen bzw. in begründeten Einzelfällen bis zum 01. Dezember des Schuljahres möglich.

Als Konsequenz einer sich verändernden Grundschularbeit wird jetzt allerdings davon ausgegangen, dass die in den Grundschulen vorhandenen individuellen schulischen Angebote die Notwendigkeit der Zurückstellungen während des laufenden Schuljahres entbehrlich machen. Hierdurch wird vermieden, dass Kinder bereits am Schulanfang durch einen mehrfachen Wechsel der Lern- bzw. Bezugsgruppe in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden.

Bereits jetzt wird der vollständige Verzicht auf Zurückstellung und die Einschulung aller schulpflichtigen Kinder in Schulen, die eine Eingangsstufe führen, mit Erfolg praktiziert. Die Erfahrungen dieser Schulen zeigen, dass die Optimierung des Anfangsunterrichts allen Kindern ermöglicht, erfolgreich am Grundschulunterricht teilzunehmen.

Es ist daher beabsichtigt, die Regelung der Zurückstellung anlässlich einer Überarbeitung der Ergänzenden Bestimmungen zur Schulpflicht und zum Rechtsverhältnis zur Schule vom 29.08.1995 (SVBl. S. 113), zuletzt geändert am 16.03.1999 (SVBl. S. 194) demnächst ersatzlos zu streichen. Im Vorgriff auf diese Änderung ist bereits ab Beginn des Schuljahres 2005/2006 auf eine Zurückstellung nach der Aufnahme während der ersten sechs Schulwochen bzw. in begründeten Einzelfällen bis zum 01. Dezember des Schuljahres zu verzichten. Eine Zurückstellung kann damit nur noch bis zum Einschulungstag für ein Schuljahr erfolgen."

Stellungnahme der GEW:

Zurückstellung vom Schulbesuch

Liebe Kolleginnen und Kollegen an den Nds. Grundschulen

4 Wochen vor Schuljahresende kommt das Kultusministerium mit einem Erlass heraus. Er besagt:

  • Die Zurückstellung vom Schulbesuch und damit verbunden die Aufnahme in die spezielle Fördergruppe der Grundschule „Schulkindergarten“ sollen demnächst ersatzlos gestrichen werden. Und

  • eine Zurückstellung kann nur noch bis zum Einschulungstag erfolgen. Und

  •  ab Beginn des Schuljahres 2005/06 ist auf eine Zurückstellung nach der Aufnahme in die 1. Klasse zu verzichten.

Dagegen protestieren wir:

  • Gerade die Schulbehörde hat in den letzten Jahren sehr darauf gedrungen, die Kinder erst einmal in die 1. Klasse aufzunehmen, um die ersten sechs Wochen der Eingangsphase für die Beobachtung und Diagnostik der Kinder zu nutzen.
    Die Zurückstellung vor der Einschulung sollte deshalb in vielen Schulen die Ausnahme und die Zurückstellung nach den sechs Wochen eher die Regel sein. Die Beratung der Eltern ist bis heute in vielen Fällen nach diesen Vorgaben erfolgt.

  • Es darf nicht sein, dass das Ministerium kurzfristig nach den schon erfolgten Elternberatungen, die den Weg der Zurückstellung und die Aufnahme in den SKG beinhaltete, die Vorgaben ändert.

  • Die GS-Lehrkräfte sollen für die diagnostizierten SKG-Kinder in der 1. Klasse zusätzliche Förderarbeit leisten, ohne eine einzige Förderstunde dafür zu erhalten.

  • Schon heute müssen die wenigen Förderstunden, die eine Grundschule erhält, häufig für die Erteilung des Grundbedarfs herhalten. Die Förderstunden stehen sehr oft nur auf dem Papier, können aber auf Grund der schlechten Versorgung einer Schule aber nicht erteilt werden.

  • Unter diesen schlechten Förderbedingungen, die ohnehin heute an der GS herrschen, soll der SKG demnächst auch noch „ersatzlos gestrichen“ werden.

  • Der SKG ist eine spezielle Förderklasse in der Grundschule. Kinder die vom Besuch der 1. Klasse zurückgestellt wurden und bei denen ein spezieller sozialpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, werden hier nach ihrem individuellen Förderbedarf gefördert.

Konzeptlos - ohne Ressourcen – soll nun durch den Schnellschuss des MK der SKG erst einmal weiter ausgetrocknet werden.
Soll er dann im nächsten Schritt ganz abgeschafft werden?

 
Nehmen Sie bitte die Beratungen mit den Eltern neu auf!

Informieren Sie Ihre Elternvertretungen!

Engagieren Sie sich weiterhin für die bestmöglichen Förderungen aller Kinder!

Diskutieren Sie diese Thematik in Ihrer Gesamtkonferenz bzw. in Ihren Dienstbesprechungen und verfassen Sie Protestschreiben an das Kultusministerium!
 

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