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Veröffentlichung

Auch Kinder misshandelter Mütter brauchen Hilfe

Mitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit vom 01.02.2006

Gewalt gegen Frauen beeinträchtigt immer auch die Kinder, die diese Gewalt zwischen ihren Eltern miterleben. Außerdem kann es passieren, dass sie lernen, dass Gewalt ein "normales" Mittel zur Konfliktlösung ist. Das bedeutet: Nicht nur die Mütter, auch ihre Kinder brauchen Hilfe, wenn es zu häuslicher Gewalt gekommen ist.

Eine Expertenkommission beim Landespräventionsrat hat jetzt Empfehlungen für den Umgang mit den Kindern misshandelter Mütter vorgelegt. An zentraler Stelle steht hier: Nur mit abgestimmten Vorgehensweisen können die Kinder in einer solchen Krisensituation unterstützt werden. Polizei, Justiz, kommunale soziale Dienste und Beratungsstellen für Frauen und Kinder sind gemeinsam gefordert. Die Kommission schlägt hierfür ein Handlungsprogramm vor.

Frauenministerin Mechthild Ross-Luttmann betont: "Der Aktionsplan der Niedersächsischen Landesregierung hat die Situation der Frauen entscheidend verbessert. Jetzt erhalten Jugendämter, Kinderschutzeinrichtungen sowie Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen konkrete Empfehlungen, wie vor Ort der Schutz von Kindern und Frauen noch besser aufeinander abgestimmt werden kann. Ziel muss Sicherheit und ein Leben ohne Gewalt für Kinder und Frauen sein."

"An zentraler Stelle steht hier ebenso die Kooperation zwischen Polizei und Jugendämtern", erläutert Innenminister Uwe Schünemann. "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Weiterleitung der Informationen über die Gewaltsituation an die Beratungs- und Interventionsstellen (BISS) gemacht, die die Frauen unterstützen. Dies ist eine enorme Entlastung für die Frauen. Eine entsprechende Information der Polizei an das Jugendamt sollte künftig noch häufiger erfolgen. Dadurch werden die Kinder ebenfalls eine schnelle Unterstützung erhalten."

Auch für die Justiz ist die Situation der Kinder eine Herausforderung. "Gerade bei den Entscheidungen zum Umgangs- und Sorgerecht ist die Gewaltsituation ein maßgeblicher Faktor bei der Beurteilung des Kindeswohls", hebt Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann hervor.

"Studien zeigen deutlich, welchen Einfluss die Gewalt der Eltern untereinander auf die Entwicklung der Kinder hat. Wie hier Schutz und Sicherheit sowie das Kindeswohl am besten gewährleistet werden können, wird auch weiterhin Thema von Fortbildungen für die Justiz sein".

Ross-Luttmann, Heister-Neumann und Schünemann betonen: "Wir fangen nicht bei Null an. Die Netzwerke vor Ort haben schon viele beispielhafte Aktivitäten begonnen". Das Verdener Projekt "Bei Schlägen - Mut zum Reden" sei nur ein Beispiel dafür, wie die Situation der Mädchen und Jungen konkret verbessert werden kann. "Was darüber hinaus an Maßnahmen erforderlich ist, werden wir in der Fortschreibung des 'Aktionsplanes zur Bekämpfung der Häuslichen Gewalt' noch in diesem Jahr auf den Weg bringen", erklärten die Ministerinnen und der Minister.

Die Handlungsempfehlungen sind in einer Broschüre zusammengestellt, die beim Landespräventionsrat kostenlos erhältlich ist.

E-Mail: info@lpr.niedersachsen.de

Siehe auch:
www.lpr.niedersachsen.de

Landespräventionsrat
Am Waterlooplatz 5a
30159 Hannover
Tel.: 0511 - 120 5272

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