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von Marianne Broglie, Diplom-Sozialpädagogin
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Veröffentlichung

Nicht schulfähig! - Was nun?

Gedanken einer SKG-Leiterin in der heutigen Zeit und der Versuch, neue Wege zu finden.

Inhalt

1

Die Situation an Grundschulen heute

1.1

Der integrative Schulanfang

1.2

Erste Erfahrungen und Konsequenzen aus der Erprobungszeit dieser veränderten Einschulungsweise

2

Kindgerechter Schulanfang aus sozialpädagogischer Sicht

2.1

Ein Konzeptvorschlag für Spiel- und Anfangsklassen

3

Resümee

4

Anmerkungen zum Schluss

Der Schulanfang ist ein oft lang ersehnter und sehr sensibler Meilenstein in der Entwicklung unserer Kinder.

Was tun, wenn der Lernstoff an dem Kind vorbei geht, weil es noch viel lieber spielen will, die Aufgaben nicht verstehen kann, der Umgang mit Schere und Stiften Schwierigkeiten macht, und sie sich in der neuen Schulumgebung mit Lehrern und Kindern nicht zurecht finden?

Was tun, wenn trotz intensiver Bemühungen der Lehrkräfte der Schulvormittag und die Hausaufgabe zur Qual werden?

Kinder in dieser Situation leiden. Sie sind überfordert und traurig, dass sie den Erwartungen der Eltern nicht entsprechen können. Dies kann zu ernstzunehmenden gesundheitlichen Störungen beim Kind führen.

In der vorliegenden Arbeit habe ich versucht, die heutige Schuleingangssituation darzustellen und Erfahrungen, Ideen und Vorstellungen aus der Schulpraxis von Lehrern, Eltern und Kindern zu dem Konzept der „Spiel- und Anfangsklassen" zusammenzuführen.

Insbesondere soll die Auswirkung der integrativen Einschulung aufgezeigt werden, die sich in der Praxis als problematisch erwiesen hat.


1 Die Situation an Grundschulen heute

Die Arbeit in der Grundschule hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Viele neue Aufgaben sind hinzugekommen.

Eine sehr entscheidende Veränderung an unseren Grundschulen ist der integrative Schulanfang ohne Förderung im Schulkindergarten.

Was bedeutet das?


1.1  Der integrative Schulanfang

Obwohl der Erlass über die Arbeit in der Grundschule die Zurückstellung in den Schulkindergarten noch vorsieht, wird die integrative Eingangsklasse in der Praxis vorangetrieben. Dieser Weg der Einschulung kann beschritten werden, wenn die Gesamtkonferenz der Grundschule dies beschließt. Dabei wird bei den heutigen Schulanfängern die Schulreife für die Einschulung nicht mehr vorausgesetzt. Es gibt keine Tests oder Schulreifeüberprüfungen mehr. Die Schulfähigkeit und Schulbereitschaft der Kinder soll von den Lehrkräften der 1. Klassen in der Schule entwickelt werden.

Dies bedeutet, dass alle Kinder eines Einschulungsjahrganges eingeschult werden. Sie sollen integrativ beschult werden.

In der Konsequenz finden sich jetzt neben den altersgemäß entwickelten Schülern Kinder mit Lernverzögerungen, Sprachproblemen, Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten und auch hochbegabte Kinder in den 1. Klassen.

Der 1. und 2. Schuljahrgang soll zusammengefasst werden und von den Schülern je nach Lernfähigkeit in 1-3 Jahren durchlaufen werden.

Diese Unterschiedlichkeit in der Lernausgangslage stellt die Grundschullehrkräfte vor eine äußerst schwierige pädagogische Aufgabe. Sie können zwar sonderpädagogischen Förderbedarf beantragen, die Schüler erhalten dann evtl. 1-2 Förderstunden pro Woche von einer Sonderschullehrkraft, das reicht bei weitem nicht aus.
 

1.2 Erste Erfahrungen und Konsequenzen aus der Erprobungszeit dieser veränderten Einschulungsweise

Für altersgemäß entwickelte Kinder ohne Einschränkung der Lernfähigkeit ergeben sich keine negativen Veränderungen.

Für die Kinder mit Lernproblemen kann der Schulstart zum Fehlstart werden und die gesamte Schullaufbahn überschatten.

Während die 1. Klassen vor diesen schwierigen Aufgaben stehen, bluten die heute noch existierenden Schulkindergärten aus, weil nicht mehr wie bisher Kinder mit Lernschwierigkeiten zurückgestellt werden (ca. 6-12 Kinder pro Klasse heute, statt 16-20 Kinder zuvor).

Die Abschaffung aller Schulkindergärten wird die Folge sein.

Einige Länder arbeiten bereits nach diesem Konzept und haben erste Erfahrungen damit gemacht. Aktuelle Nachrichten aus Berlin sollten uns nachdenklich stimmen.

Hier 2 aktuelle Pressemitteilungen zu diesem Thema:

Berliner Morgenpost.de (Zitat)
Grundschulen wehren sich gegen Reform

Rektoren lehnen gemeinsamen Unterricht der ersten beiden Klassen ab.
Von Christa Beckmann
Berlins Grundschulreform bekommt Risse. Eine wachsende Zahl von Schulen in Brennpunktbezirken lehnt die Jahrgangsmischung in den ersten beiden Schuljahren als nicht leistbar ab. Der gemeinsame Unterricht von Erst- und Zweitklässlern ist indes einer der tragenden Bausteine der neuen flexiblen Schulanfangsphase und soll vom nächsten Schuljahr an für alle Grundschulen Pflicht werden.
Doch offenbar gibt es auch im Senat Zweifel daran, ob die flächendeckende Einführung sinnvoll ist. "Wir beobachten die Situation genau", sagte Sprecher Jens Stiller. Die Verwaltung nehme die Bedenken ernst. Als Reaktion soll nun ab Januar eine neue Fortbildungsoffensive starten.
An Fortbildung allein hapere es aber nicht, sagt Rita Schlegel, Mitglied des Interessenverbandes Berliner Schulleiter und Rektorin der Hermann-Sander-Grundschule in Neukölln. Dort lernen 530 Schüler, 91 Prozent davon stammen aus Zuwandererfamilien. "Viele unserer Kinder wissen nicht, wie sie einen Stift halten sollen, wenn sie in die Schule kommen", beschreibt die Rektorin die Situation. "Sie haben kaum Spielsachen zuhause, und ihre Eltern können ihnen wenig helfen, weil sie kein Deutsch sprechen". Mit freien Arbeitsformen, wie sie altersgemischtes Unterrichten erfordere, seien diese Kinder überfordert. "Sie brauchen klare Strukturen." Jährlich 20 bis 25 Prozent der Schulanfänger seien zudem bisher wegen Entwicklungsdefiziten zurückgestellt worden. Nach dem neuen Schulgesetz ist das nicht mehr möglich. "Diese Kinder brauchen zusätzliche Förderung", sagt Rektorin Schlegel.
Erschwerend komme hinzu, dass es keine Sprachförderklassen mehr gibt und verhaltensauffällige und lernbehinderte Kinder erst nach zwei Schuljahren Anspruch auf ausreichende individuelle Förderung haben. "Wir kommen in eine Situation, mit der die Kollegen kaum noch umgehen können." An vielen Schulen fehle auch das Personal, um in diesen Klassen zu zweit - mit Lehrer und Erzieher - zu unterrichten, sagt Gudrun Genschow vom GEW-Verband Neukölln: "Der Senat sollte den Schulen deshalb freistellen, ob sie Altersmischung machen oder nicht". Eine Forderung, die Neuköllns Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) unterstützt. "Wenn Schulen nicht altersgemischt unterrichten möchten, dann sollte man ihnen diese Möglichkeit einräumen." Allerdings müsse das Ganze begründet und von der Schulkonferenz beschlossen sein. In einer Umfrage unter den knapp 40 Neuköllner Grundschulen von Anfang September haben nach Angaben der GEW zwei Drittel der Schulen angegeben, dass sie lieber am Unterricht im Klassenverband festhalten würden.
Berlins GEW-Chefin Rose-Marie Seggelke hält eine längere Übergangsfrist mit gleichzeitiger Fortbildung für wünschenswert: "Altersmischung ist sinnvoll, aber man muss die Kollegen auch mitnehmen."
Für Dagmar Wilde, Grundschulexpertin bei der Bildungsverwaltung, gehören Jahrgangsmischung und flexible Anfangsphase allerdings untrennbar zusammen: "Nur so profitieren Kinder und Lehrer von der Reform." Das gemeinsame Lernen von Kindern unterschiedlichen Alters und Könnens entlaste nicht nur die Pädagogen, sondern auch die Schüler. Eine noch unveröffentlichte Untersuchung der Pädagogischen Hochschule Weingarten zeige zudem, "dass leistungsstarke und -schwache Schüler von dieser Lernform profitieren". Die sechs Anträge von Schulen auf Ausnahmegenehmigung seien deshalb abgelehnt worden.
Dennoch: Die Hermann-Sander-Grundschule will es jetzt mit einem zweiten Antrag versuchen. Immerhin gibt es Hoffnung: Die Eduard-Mörike-Grundschule in Nord-Neukölln hat auf ihren kürzlich gestellten Antrag noch kein Nein erhalten.
Aus der Berliner Morgenpost vom 20. Oktober 2006

 

Der Tagesspiegel - Online (Zitat)
Förderung wegreformiert - Kinder landen in Psychiatrie
Von Susanne Vieth-Entus
Die vielen Berliner Schulreformen tun offenbar nicht allen Kindern gut. Insbesondere bei den Schulanfängern gibt es verstärkt Schwierigkeiten, da es für Erstklässler mit Lernbehinderungen oder Sprachdefiziten keine besonderen Klassen mehr gibt. Erschwerend kommt hinzu, dass sie nicht mehr für ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt werden können und ein halbes Jahr früher schulpflichtig werden. Dies hat zu einer Ballung von Problemkindern geführt, die von den Lehrern nicht mehr aufgefangen werden können und sich verstärkt in der Psychiatrie wiederfinden.
Der Direktor der Vivantes-Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Oliver Bilke, hat sich deshalb mit einem Alarmbrief an die Senatsverwaltungen für Bildung und Gesundheit gewandt. Er schreibt, der Wegfall von Spezialklassen habe „zu der von Fachleuten befürchteten Psychiatrisierung von Schuleinstiegsproblemen geführt". Es gebe „eine Anzahl von stationären (!) und ambulanten Fällen", bei denen Erstklässler „vom jetzigen Schulangebot nicht aufgefangen werden können". Die Folge sei, dass die Kliniken sogar Sonderschulen in Brandenburg suchen müssten, um Kindern zu helfen.
Viele ratlose Eltern wenden sich an Kinderärzte, wenn ihre Kinder im Schulalltag nicht mehr zurechtkommen. Deren Budget reiche aber nicht aus, um immer mehr aufwändige Therapien zu verschreiben, sagte Bilke gegenüber dem Tagesspiegel. So landeten viele Erstklässler in den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten der Bezirke, die dann mitunter auch keinen anderen Rat wüssten, als die Kinder in die Kliniken zu schicken. „Wir sind die letzte Instanz", sagt Bilke.
Inzwischen wurden die Bezirke von der Gesundheitsverwaltung um Stellungnahme gebeten. Zudem hat die Senatsverwaltung für Bildung mit Bilke gesprochen und ist jetzt auf der Suche nach Lösungen. Der zuständige Referatsleiter Peter Hübner bestreitet nicht, dass es zu gehäuften Problemen kommt. Solche Schwierigkeiten seien gemeldet worden. Die Lage soll aber dadurch entschärft werden, dass sich die Sonderpädagogen, die zwei Stunden pro Woche in den ersten Klassen sind, „gezielt um Risikokinder kümmern". Dafür soll es auch eine spezielle Fortbildung geben. Die Sonderpädagogen sollen auch versuchen, in den Kitas mehr über die Vorgeschichte der Problemkinder zu erfahren. Darüber hinaus sei für das Gelingen der Schulanfangsphase „eine andere Lehrerhaltung" notwendig, meint Hübner. Die Reform an sich wird von ihm nicht in Frage gestellt. Ziel sei es, dass Kinder nicht von Anfang an ausgesondert würden. „Nach einem Jahr zu sagen, dass alles verfehlt war, ist zu früh", betont er.
Das meint auch die ehemalige Schulsenatorin der Grünen, Sybille Volkholz. Aber man müsse die Schulen angesichts der vielen Reformen besser unterstützen: „Nicht nur die Sonderpädagogen, sondern auch die Lehrer müssen fortgebildet werden und zwar direkt an den Schulen". Der CDU und FDP reicht das nicht. Sie stellen die Reformen an sich infrage. CDU-Schulexperte Gerhard Schmid plädiert dafür, die ersten Klassen an den Sonderschulen für Lernbehinderte zu erhalten und zudem Extraklassen für verhaltensauffällige Kinder einzurichten. Auch die FDP-Abgeordnete Mieke Senftleben hält die Abschaffung der Spezialklassen für einen Fehler. Wenn man aber alle Kinder integrieren wolle, müsse man wenigstens ständig einen Erzieher dabei haben.
Manche Schulleiter versuchen, sich selbst zu helfen: An der Spreewald-Grundschule etwa setzt Leiter Erhard Laube in allen ersten Klassen zusätzlich ABM-Kräfte ein, um die Lage zu entschärfen. Er fordert, dass Sonderpädagogen nicht nur zwei, sondern sechs Stunden pro Woche dabei sein müssten, um allen Risikokindern helfen zu können.


2 Kindgerechter Schulanfang aus sozialpädagogischer Sicht

2.1 Ein Konzeptvorschlag für Spiel- und Anfangsklassen

 

Alle Kinder werden verpflichtend mit 5 Jahren in die Spiel- und Anfangsklassen der Grundschule eingeschult.

Dieses Schuljahr muss kostenfrei sein.

Der Unterricht sollte in spielerischer, kindgerechter Form stattfinden. (Malen, Basteln, Musizieren, Experimentieren, Bauen, Rollenspiele, etc)

In den Wochen bis zu den Herbstferien findet der Unterricht in der Spiel- und Anfangsklasse in Doppelbesetzung mit Erstklassenlehrer/in statt. (Beobachtungsphase)

Schnell lernende Kinder können dann evtl. nach den Herbstferien in die 1. Klasse wechseln (sog. Kann-Kinder).

Für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen wird ein Förderkonzept erstellt und mit den Eltern besprochen.

Zusammenarbeit mit Ergo- und Sprachtherapeuten sowie Förderschullehrern wird - wenn nötig - eingeleitet.

Intensive Elternarbeit und -beratung

Gemeinsame Aktionen mit der 1. Klasse (Projekte, Feste und Feiern)

Kinder mit Lernschwierigkeiten bekommen Förderunterricht und können wenn nötig die Spiel- und Anfangsklasse wiederholen.


3 Resümee

Das Konzept der Eingangsstufe ist anspruchsvoll und sehr kostenintensiv. Unsere Grundschulen sind nicht in der Lage, all die beschriebenen Aufgaben ohne größere finanzielle Unterstützung zu leisten, wie die Erfahrungen in Berlin und auch in anderen Bundesländern sehr eindrucksvoll zeigen. Ohne den flächendeckenden Einsatz von Sozialpädagogen/innen und therapeutischem Personal sind Schüler und Lehrkräfte überfordert.
Neben dem geschulten Personal fehlt an den meisten Schulen aber auch die Zeit, Kinder aus sozial schwachen Familien schulisch aufzufangen, damit sie nicht den Anschluss an unsere Bildungsgesellschaft verlieren und zu den Sozialfällen von morgen werden.
Die Lehrkräfte brauchen ärztliche und therapeutische Unterstützung um Kindern mit Behinderungen wirkungsvoll helfen zu können.
Unseren Grundschulen fehlen die räumlichen und sächlichen therapeutischen Ausstattungen.
Die flexiblen Eingangsstufen tragen nicht signifikant dazu bei, die Schulzeit unserer Kinder zu verkürzen.
Reformen, die Förderung wie in Berlin wegreformieren, sind nicht geeignet, unsere Schulen für Kinder, Eltern und Lehrer zu verbessern.
Sie machen Kinder und Lehrkräfte krank.

Es ist zu spät, die Schulfähigkeit in der 1. und 2. Klasse zu entwickeln.
Die vorprogrammierten Misserfolge lähmen die Kinder in ihrer Weiterentwicklung.
Wenn ein Kind bis zu 3 Jahre in der flexiblen Eingangsstufen sein muss, kommt das dem Sitzenbleiben gleich.

Die Spiel- und Anfangsklassen versuchen genau diese o. g. Defizite auszugleichen. Die Schulfähigkeit wird vor der Einschulung in die 1. Klasse im Alter von 5 Jahren entwickelt. Die besondere Lernfähigkeit der Kinder in diesem Alter kann so in der Schule besonders gut gefördert werden.
Leistungsschwache und hochbegabte Kinder werden ohne Leistungsdruck gemeinsam gefordert und gefördert.
Der Anfang in der 1. Klasse wird erleichtert, weil die Kinder gut vorbereitet sind. Die Schulzeit verkürzt sich, weil Sitzenbleiben vermieden wird.
Da die Spiel- und Anfangsklassen der Schule und nicht mehr dem Kindergarten zugeordnet sind, orientieren sich die 5-jährigen Kinder hier an den „Großen" und fühlen sich selber groß. Das steigert ihr Selbstbewusstsein und ihre Lernmotivation.
Speziell für diese Altersgruppe ausgebildete Sozialpädagoginnen stehen in vielen Schulen zur Verfügung.
Die Grundschullehrkräfte werden entlastet und erhalten mehr Zeit für alle Schüler der Schule.
Das kostenfreie Schuljahr schafft Chancengerechtigkeit.
Ausländische Kinder werden im Spiel mit deutschen Kindern spielerisch integriert und lernen dabei auf kindgerechte Weise Deutsch.
Investitionen zu Beginn der Schulzeit ersparen später teure Resozialisierungs- und Eingliederungsmaßnahmen jugendlicher Schulabsolventen.
Als Folge der zurückgehenden Schülerzahlen stehen in der Grundschule räumliche, sächliche und personelle Ressourcen zur Verfügung, die kostengünstig genutzt werden können.
Die Schließung kleiner Grundschulen kann vermieden werden.
Der Kindergarten als Bildungseinrichtung für Kinder von 1-4 Jahren kann sich auf die Fülle seiner z.T. neuen Aufgaben konzentrieren, wenn die Bildung der 5  - jährigen Kinder der Grundschule zugeordnet wird. Dies sind z. B. die Schaffung von neuen bedarfsgerechten Krippenplätzen, gezielte vorschulische Sprachförderung, flexible Öffnungszeiten, Elternberatung und Elternschulung.
Die Grundschulen haben mit den Spiel- und Anfangsklassen 5 statt bisher 4 Schuljahre Zeit für die Empfehlungen zu den weiterführenden Schulen.
Die kostenintensive vorschulische Sprachförderung ist nicht mehr nötig.
Die Spiel- und Anfangsklasse ist eine Schnittstelle zwischen Kindergarten und Grundschule, erleichtert die Zusammenarbeit.


4 Anmerkungen zum Schluss:

Auf die Eingangsfrage: „Nicht schulfähig! - Was nun?" gibt es nur eine Antwort: „Alle Kinder sind schulfähig!

Die Schule muss ihnen nur zum richtigen Zeitpunkt das nötige Werkzeug in die Hand geben, um fröhlich und eigenständig lernen zu können. Wenn das nicht gewährleistet ist, geht es den Kindern wie einem guten Uhrmacher, dem man einen Hammer für die Uhrenreparatur zur Verfügung stellt.
Er wird entmutigt, lustlos und wirft die Uhr schließlich an die Wand.

Ein Land, das die integrierte Gesamtschule als nicht geeignete Schulform ablehnt, gerät in Erklärungsnot, wenn es in der Schulanfangsphase die integrierte Eingangsstufe favorisiert.

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