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Veröffentlichung

Land Niedersachsen fördert Ausbildung von Elternmedientrainern

Familienministerin Ross-Luttmann:
Eltern sollten wissen, was ihre Kinder am PC spielen.

Mit einem bundesweit einmaligen Projekt will das Niedersächsische Sozialministerium in Zusammenarbeit mit der Landesstelle Jugendschutz und dem Landespräventionsrat die Medienkompetenz von Eltern erhöhen. Dazu hat jetzt die Ausbildung der ersten 25 pädagogischen Fachkräfte aus ganz Niedersachsen zu zertifizierten "Elternmedientrainern" begonnen.

Diese sollen von der 2. Jahreshälfte 2007 an flächendeckend Kurse für Väter und Mütter vor allem bei lokalen Bildungsträgern anbieten. "Väter und Mütter sollten wissen, was ihre Kinder am Computer spielen, wie sie das Internet nutzen oder welche Filme sie schauen", sagte jetzt Familienministerin Mechthild Ross-Luttmann.

"Rund drei Viertel der Eltern sind aber gar nicht informiert, was ihre Kinder am PC machen. Sie hätten mangels eigener Erfahrung häufig auch keine Einschätzung, welche Auswirkungen diese Computerspiele auf die Persönlichkeitsentwicklung ihrer Kinder haben", erläuterte Mechthild Ross-Luttmann. Die Väter und Mütter seien aber ein wichtiger Garant, rechtzeitig Tendenzen vorzubeugen, dass Kinder und Jugendliche beispielsweise durch den Konsum von so genannten "Ego-Shootern" und "Killer-Spielen" Schaden erleiden können. Vor allem bei labilen Jugendlichen hätten solche medialen Beeinflussungen mit dazu beigetragen, dass es zu teilweise verhängnisvollen Gewaltausbrüchen bei ihnen gekommen sei.

"In den künftigen Schulungen der Elternmedientrainer erhalten die Väter und Mütter Informationen und Hilfen, den Umgang ihrer Kinder mit Internet, Computer, Fernsehen und Handy kompetenter zu begleiten. Sie sollen vor allem auch darin gestärkt werden, besser Gefahren zu erkennen und wirksam Grenzen in ihrer Erziehung zu setzen", so Ministerin Mechthild Ross-Luttmann.

Die ersten pädagogischen Fachkräfte aus Schulen, Erwachsenenbildung und Jugendpflege werden derzeit in vier Blöcken als Multiplikatoren für die niedersachsenweite Schulung der Eltern ausgebildet. Sie verfügen bereits alle über medienpädagogische Kenntnisse.

Wegen der großen Nachfrage startet bereits Anfang 2007 eine zweite Fortbildung für 25 weitere Fachkräfte. Das Land bezuschusst die beiden von der Landesstelle Jugendschutz durchgeführten Kurse mit insgesamt rund 60.000 Euro. Der Landespräventionsrat finanziert die wissenschaftliche Evaluierung des Projekts. Zudem bewirbt er die örtliche Schulung von Eltern über seine kommunalen Präventionsräte.

Das Sozialministerium hat bereits Anfang 2006 ein Merkblatt zum Jugendschutz im Umgang mit Bildträgern, Filmen und Spielen herausgegeben. Dieses richtet sich vor allem an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Jugendschutz, aber auch an gewerbliche Anbieter. Für Internetcafés gibt es ein eigenes Merkblatt.

Weitere Informationen zum Projekt "Elternmedientrainer" gibt es im Internet unter: www.eltern-medien-trainer.de

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