SKG-Forum

 

 

Die Webseite für LeiterInnen von Schulkindergärten
von Marianne Broglie, Diplom-Sozialpädagogin
E-Mail an SKG-ForumHauptseiteWortsuche

 

Zurück

Veröffentlichung

Früherkennungsuntersuchung in Niedersachsen

Das Landeskabinett hat am Dienstag den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Gesundheit und Verbesserung des Schutzes von Kindern in Niedersachsen gebilligt.

Künftig sollen alle Kinder in Niedersachsen schriftlich zu den Kinderfrüherkennungsuntersuchungen eingeladen werden. "Wir wollen mit den Früherkennungsuntersuchungen möglichst alle Kinder erreichen. Damit steigt die Chance, Entwicklungsstörungen oder sogar Vernachlässigungen oder Misshandlungen frühzeitiger zu erkennen", so Ross-Luttmann.

Mit dem Gesetz werden die von den Krankenkassen finanzierten Früherkennungsuntersuchungen für Kinder durch ein kontrollierendes Einladungs- und Meldewesen in den Kinderschutz eingebunden. Nach dem Willen der Landesregierung erhalten Eltern und gesetzliche Vertreter zukünftig ein Einladungsschreiben vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, mit dem sie auf die anstehende Kinderfrüherkennungs-Untersuchung hingewiesen werden.

Pro Jahr wird mit bis zu 324.000 Einladungen von Kindern in Niedersachsen gerechnet. Das Landesamt erhält die dafür benötigten Daten der Kinder direkt von den niedersächsischen Meldeämtern. Ärztinnen und Ärzte, die eine Früherkennungsuntersuchung bei einem Kind durchgeführt haben, geben dem Landesamt eine Rückmeldung über die erfolgte Teilnahme, einzelne Befunde werden nicht mitgeteilt.

Ross-Luttmann: "Wir stellen nicht alle Eltern unter Generalverdacht. Die allermeisten Eltern sind fürsorglich und gewissenhaft. Doch unser Ziel ist, möglichst alle Kinder in Niedersachsen zu erreichen. Wir brauchen eine Kultur des Hinschauens. Alle müssen die Möglichkeit haben, noch genauer hinzusehen und zu gucken, ob es Kindern gut geht."

Geht innerhalb einer bestimmten Frist keine Teilnahmebestätigung einer Ärztin oder eines Arztes ein, verschickt das Landesamt ein Erinnerungsschreiben an die Eltern. "Erfolgt auch daraufhin keine Untersuchung, werden die Daten des Kindes an das zuständige Jugendamt weitergeleitet", so Ross-Luttmann.

Hintergrund ist, dass die Teilnahme an den Früherkennungs-Untersuchungen mit zunehmendem Alter der Kinder zurückgeht. Während an den Untersuchungen in den ersten Lebenswochen nahezu alle Kinder teilnehmen, geht die Quote bis zur zehnten Untersuchungsstufe, die etwa im Alter von fünf Jahren durchgeführt wird, auf rund 80 Prozent zurück. Bei Kindern aus sozial schwachen Familien liegt die Teilnahmequote sogar noch darunter.
(Herausgeber: Nds. Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit v.24.06.2008)

Zurück