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Bundesfamilienministerin stellt Memorandum "Zeit für Familie" vor.

Ursula von der Leyen: "Familie braucht Zeit - wir müssen deshalb auch in der Familienpolitik neue Wege gehen."

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen, will Eltern und Kindern mehr gemeinsame Zeit ermöglichen. In Berlin stellte sie heute das Memorandum "Zeit für Familie" vor, mit dem sie neue Impulse für eine nachhaltige Familienpolitik setzen will.

"Familie gelingt, wenn Eltern und Kinder ausreichend Zeit haben, die sie gemeinsam und einander zugewandt verbringen können", sagt Ursula von der Leyen. "Wir unterstützen die Familien in Deutschland finanziell durch Kinder- und Elterngeld, mit dem Ausbau der Kinderbetreuung und bei der Vereinbarkeit von Kindern und Beruf. Aber vielen Familien bleibt heute im Alltag nur sehr wenig Zeit für Gemeinsamkeit. Beruf und Alltag geben den Takt vor und dieser ist oft zu schnell - das Familienleben bleibt auf der Strecke. Wir wollen zeigen, wie Familienpolitik mit klugen Ideen und Instrumenten Freiräume für Familien schaffen kann, damit Eltern öfter für ihre Kinder da sein können und Kinder mehr von ihren Eltern haben."

Das Memorandum "Zeit für Familie" wurde vom Kompetenzzentrum für Familienbezogene Leistungen beim Bundesfamilienministerium erarbeitet und macht konkrete Vorschläge, wie Eltern und Kindern auch in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten mehr gemeinsame Zeit ermöglicht werden kann. Denn ob Familien zufrieden sind, hängt - so das Memorandum - vor allem davon ab, ob genügend Zeit für Zuwendung und gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung steht.

Aktuelle repräsentative Befragungen zeigen, dass Zeitmangel überwiegend durch berufliche Anforderungen und die Organisation des Alltags entsteht (Allensbach und Forsa, April 2009). So würden 34 Prozent der Eltern (40 Prozent der Väter und 29 Prozent der Mütter) mit jüngeren Kindern gern mehr Zeit mit der Familie verbringen (Allensbach April 2009). Viele wünschen sich in dieser Phase auch flexiblere oder kürzere Arbeitszeiten.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat deshalb mit dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, auf dem Unternehmenstag 2009 am 6. Mai eine gemeinsame Initiative zu flexiblen Arbeitszeiten angekündigt.

Empfehlungen des Memorandums:

  • Erweiterung der Partnermonate:
    Wie eine neue Allensbach-Umfrage belegt, wird das Elterngeld von Geschäftsführern und Personalverantwortlichen immer positiver bewertet:
    Die Zustimmung stieg von 61 Prozent im Jahr 2006 auf 84 Prozent im Jahr 2009. Auch die Teilzeitarbeit von Vätern wird mittlerweile von 71 Prozent der befragten Betriebe als eine gute Sache gesehen. Dreiviertel der Väter wiederum wünschen sich mehr Partnermonate. Das Memorandum befürwortet deshalb eine Ausweitung der Partnermonate.
    "Die Vätermonate sind eine Erfolgsgeschichte und haben vor allem eine leise Revolution in den Köpfen bewirkt. Erziehung ist nicht mehr länger ein reines Frauenthema. Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Vätern und Müttern. Das sieht mittlerweile auch die Wirtschaft so", sagt Ursula von der Leyen.

  • Teileltergeld:
    Um das Elterngeld noch flexibler zu machen, soll ein Teilelterngeld eingeführt werden. Elterngeld soll nicht nur in vollen, sondern auch jeweils in Teil-Monatsbeträgen bei Teilzeitarbeit in Anspruch genommen werden können. Mütter und Väter, die mit der Erwerbstätigkeit nur teilweise aussetzen wollen, hätten dann die Möglichkeit, insgesamt mit dem Partner - als Alleinerziehende auch allein - bis zu 28 Monate in Teilzeit zu arbeiten, Teilelterngeld zu beziehen und die Betreuung partnerschaftlich gleichzeitig oder nacheinander zu organisieren.
    "Gerade in der Wirtschaftskrise können günstigere Optionen für die Kombination von Elterngeld und Teilzeitarbeit mehr Flexibilität und Sicherheit für Familien schaffen. Junge Eltern halten Kontakt zum Beruf, aber erhalten mehr Zeitautonomie. Unternehmen haben es mit dem Teilelterngeld einfacher qualifizierte Beschäftigte zu halten, auch wenn das Auftragsvolumen phasenweise sinkt", sagt Ursula von der Leyen.

  • Familienzeitkredit:
    Das Memorandum schlägt die Einführung eines Familienzeitkredits vor, der die finanzielle Lage von Familien in Phasen erleichtern würde, in denen sie mehr Zeit für ihre Familien brauchen. Ein solcher Zeitkredit ist ein zinsgünstiges Darlehen, mit dem vor allem Erwerbstätige vorübergehend aus dem Beruf aussteigen oder die Arbeitszeit verringern können, wenn die familiäre Situation dies erfordert. Vorbild wäre der bereits existierende Bildungskredit.
    "Die gegenseitige Fürsorge ist ein tiefes Bedürfnis in vielen Familien. Der Familienzeitkredit ist ein kluger Ansatz, denn er schafft gezielt dort finanzielle Brücken, wo heute noch harte Brüche drohen: Zum Beispiel, wenn Eltern ihre drei Jahre Elternzeit voll ausnützen möchten oder für die Pflege eines Familienangehörigen für einen bestimmten Zeitraum im Beruf pausieren wollen", sagt Ursula von der Leyen.

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